Eine SMS meldet ein wartendes Paket, eine angebliche Bank warnt vor einer gesperrten Karte, ein Zusteller bittet um eine kleine Zollgebühr. Solche Nachrichten landen fast täglich auf Millionen Handys. Dahinter steckt eine Betrugsmasche namens Smishing, also Phishing per Kurznachricht. Das Ziel ist immer gleich: Sie sollen auf einen Link tippen und Daten oder Geld preisgeben.

So funktioniert die Masche
Die Nachrichten wirken oft täuschend echt und nutzen bekannte Namen von Paketdiensten, Banken oder Behörden. Der Link führt auf eine gefälschte Seite, die dem Original nachempfunden ist. Dort sollen Sie Zugangsdaten eingeben, eine angebliche Gebühr bezahlen oder eine App installieren, die im Hintergrund Schaden anrichtet. Manchmal werden Sie auch zu einem Rückruf auf eine teure Nummer gedrängt.
Woran Sie Betrug erkennen
Fast alle gefälschten Nachrichten teilen die gleichen Merkmale. Werden Sie hellhörig, wenn Sie eines davon bemerken:
- Sie erwarten gar kein Paket oder haben bei dem angeblichen Absender nichts bestellt.
- Der Link sieht seltsam aus, enthält Tippfehler oder eine unbekannte Endung.
- Die Nachricht erzeugt Druck, etwa mit einer kurzen Frist oder einer Drohung.
- Sie werden zur Zahlung einer kleinen, angeblich dringenden Gebühr aufgefordert.
- Die Anrede ist unpersönlich und die Sprache holprig.
Ein einziges dieser Zeichen reicht, um vorsichtig zu werden.
So reagieren Sie richtig
Die wichtigste Regel lautet: Tippen Sie niemals auf den Link. Öffnen Sie stattdessen die offizielle App oder Webseite des Dienstes selbst und prüfen Sie dort Ihren Sendungsstatus oder Ihr Konto. So gehen Sie auf Nummer sicher:
- Löschen Sie die Nachricht, ohne zu antworten und ohne den Link zu öffnen.
- Rufen Sie den echten Anbieter nur über die offiziell bekannte Nummer an.
- Installieren Sie keine App, die über einen SMS-Link angeboten wird.
- Blockieren Sie den Absender, damit keine weiteren Nachrichten ankommen.
Wenn Sie doch getippt haben
Ein Fehler ist noch kein Drama, wenn Sie schnell handeln. Haben Sie Daten eingegeben, ändern Sie sofort die betroffenen Passwörter und informieren Sie Ihre Bank, damit sie Karte oder Konto sperren kann. Haben Sie eine App installiert, trennen Sie das Handy vom Netz und entfernen Sie die App umgehend. Sichern Sie im Zweifel wichtige Daten und lassen Sie das Gerät prüfen. Erstatten Sie außerdem Anzeige bei der Polizei.

Vorbeugen ist einfach
Sie können sich gut schützen. Aktivieren Sie in den Einstellungen die Filterung unbekannter Absender und melden Sie Betrugsnachrichten Ihrem Mobilfunkanbieter. Geben Sie Ihre Handynummer nur dort an, wo es wirklich nötig ist. Und sprechen Sie mit Familienmitgliedern darüber, denn wer die Masche kennt, fällt fast nie darauf herein. Gesunde Skepsis ist hier der beste Virenschutz.