Bügeln fühlt sich oft nach Pflichtprogramm an. Dabei liegt der ganze Aufwand meist an kleinen Fehlern, die sich leicht vermeiden lassen. Wer die richtige Reihenfolge kennt und die Wäsche gut vorbereitet, spart pro Korb spürbar Zeit und bekommt ein deutlich besseres Ergebnis.

Vor dem Bügeln beginnt die Arbeit
Das A und O ist die Restfeuchte. Trockene, steife Wäsche lässt sich kaum glätten. Nimm die Stücke daher leicht klamm aus dem Trockner oder besprüh sie vorher mit etwas Wasser aus einer Sprühflasche. Zusammengerollt in einem Handtuch ziehen die Fasern die Feuchtigkeit gleichmäßig, dann geht das Bügeln fast von allein.
Sortiere zuerst nach Temperatur. Beginne mit empfindlichen Stoffen wie Seide oder Kunstfaser bei niedriger Stufe, danach folgen Baumwolle und Leinen bei hoher Hitze. So musst du das Eisen nicht ständig abkühlen lassen und arbeitest in einem Fluss.
Die richtige Reihenfolge am Stück
Bügle immer von den kleinen zu den großen Flächen. Bei einem Hemd heißt das:
- Zuerst der Kragen, von außen nach innen, damit keine Falten einlaufen.
- Dann die Manschetten und Ärmel, glatt gezogen und flach gelegt.
- Anschließend die Schulterpartie über das schmale Ende des Bretts.
- Zum Schluss Rückenteil und Vorderseiten in langen Bahnen.
Bei Hosen legst du beide Beine deckungsgleich aufeinander und bügelst die Bundfalte in einem Zug. Wer keine scharfe Kante möchte, arbeitet mit einem feuchten Tuch dazwischen und vermeidet so glänzende Stellen.
Kleine Kniffe mit großer Wirkung
Ein sauberes Bügeleisen ist die halbe Miete. Verkrustete Sohlen hinterlassen Streifen. Reibe die kalte Sohle mit einer Paste aus Natron und wenig Wasser ab und wische sie feucht nach. Kalk in den Dampfkanälen löst du, indem du den Tank mit verdünntem Essig füllst, kurz aufheizt und ausdampfen lässt. Danach mit klarem Wasser nachspülen.
Dampf ist dein bester Helfer bei hartnäckigen Falten. Halte das Eisen kurz über den Stoff und stoß Dampf aus, statt fest aufzudrücken. Das schont die Fasern und glättet auch dickere Nähte. Für Blusen mit Knopfleiste bügelst du zwischen den Knöpfen mit der Spitze, nie darüber, sonst zeichnen sie sich ab.

Weniger bügeln müssen
Am angenehmsten ist die Wäsche, die du gar nicht erst glätten musst. Nimm Kleidung sofort nach dem Schleudern aus der Trommel und schüttle sie kräftig aus. Auf dem Bügel getrocknet, ziehen sich Hemden und Blusen von selbst glatt. Ein niedriger Schleudergang bei empfindlichen Stoffen reduziert Knitter zusätzlich.
Falte fertig gebügelte Stücke direkt oder hänge sie auf, solange sie noch warm sind. In der Wärme setzen sich die Fasern und behalten die glatte Form. Mit dieser Routine wird aus dem lästigen Bügelberg eine Sache von wenigen ruhigen Minuten.