Wer Geld anlegt und Zinsen oder Dividenden bekommt, muss darauf Steuern zahlen. Doch ein Teil der Kapitalerträge bleibt steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilst. Vergisst du das, zieht die Bank die Steuer auch dann ab, wenn du eigentlich unter dem Freibetrag liegst. Genau hier verschenken viele bares Geld.

Der Sparer-Pauschbetrag im Überblick
Jedem Anleger steht ein jährlicher Freibetrag auf Kapitalerträge zu, der Sparer-Pauschbetrag. Bis zu dieser Grenze bleiben Zinsen, Dividenden und Kursgewinne steuerfrei. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag. Alles darüber wird mit der Abgeltungsteuer belastet. Der Freibetrag gilt pro Jahr und verfällt, wenn du ihn nicht nutzt.
So funktioniert der Auftrag
Mit dem Freistellungsauftrag weist du deine Bank an, Erträge bis zur Freigrenze ohne Steuerabzug auszuzahlen. Erst wenn die Erträge den Betrag überschreiten, führt die Bank Steuer ab. Der Auftrag ist kostenlos und in wenigen Minuten online eingerichtet. Du brauchst dafür deine Steueridentifikationsnummer.
Den Freibetrag klug aufteilen
Wer bei mehreren Banken Konten oder Depots hat, kann den Freibetrag aufteilen. Wichtig ist nur, dass die Summe aller Aufträge den Gesamtfreibetrag nicht überschreitet. Verteile ihn dorthin, wo die meisten Erträge anfallen:
- Beim Depot mit den höchsten Dividenden einen größeren Anteil
- Beim Tagesgeldkonto mit ordentlichem Zins ebenfalls einen Teil
- Konten ohne nennenswerte Erträge bekommen nichts
Du kannst die Aufteilung jederzeit anpassen, wenn sich deine Anlagen ändern.
Wenn du den Betrag überschritten hast
Hast du bei einer Bank zu wenig freigestellt und deshalb zu viel Steuer gezahlt, ist nichts verloren. Über die Steuererklärung holst du dir den zu viel gezahlten Betrag zurück. Bequemer ist es aber, den Auftrag von vornherein richtig zu setzen, dann bleibt das Geld gleich bei dir.
Häufige Fehler vermeiden
- Den Auftrag ganz vergessen, sodass ab dem ersten Euro Steuer fällt
- Bei einem Bankwechsel den alten Auftrag nicht löschen
- Die Steueridentifikationsnummer falsch eingeben, sodass der Auftrag nicht wirkt

Ein kleiner Aufwand mit klarer Wirkung
Der Freistellungsauftrag ist eine der einfachsten Möglichkeiten, ganz legal Steuern zu sparen. Ein paar Minuten am Bildschirm sorgen dafür, dass deine Erträge bis zum Freibetrag voll bei dir bleiben. Prüfe einmal im Jahr, ob die Aufteilung noch zu deinen Anlagen passt. So stellst du sicher, dass dir kein Cent unnötig verloren geht.