Stürme und Gewitter werden heftiger und häufiger. Orkanböen, Starkregen und Hagel können in Minuten großen Schaden anrichten. Die gute Nachricht ist, dass moderne Warnsysteme dir meist genug Vorlauf geben. Apps wie NINA oder Warnwetter melden aufziehende Unwetter oft Stunden vorher. Wer diese Warnungen ernst nimmt, ist klar im Vorteil.

Bevor der Sturm kommt
Sichere alles, was der Wind zum Geschoss machen kann. Gartenmöbel, Blumentöpfe, Trampoline und Fahrräder gehören in den Schuppen oder werden fest verankert. Klappe Markisen ein und schließe Fenster, Türen und Rollläden.
- Sonnenschirme und lose Gegenstände hereinholen oder verzurren.
- Autos in die Garage stellen oder weg von großen Bäumen parken.
- Taschenlampe, Powerbank und Kerzen bereitlegen, falls der Strom ausfällt.
- Handy vorher voll aufladen.
Während des Unwetters
Der sicherste Ort ist im Haus, weg von Fenstern. Halte dich in den unteren Räumen auf, denn dort bist du besser vor Sturmschäden geschützt. Meide Dachböden und große Glasflächen. Bei Gewitter solltest du nicht duschen oder baden, weil Blitze über Leitungen und Rohre einschlagen können. Ziehe empfindliche Elektrogeräte aus der Steckdose, um sie vor Überspannung zu schützen.
Wenn dich das Unwetter im Freien überrascht, suche einen festen Unterschlupf. Ein Auto bietet guten Schutz vor Blitzen, weil es wie ein Käfig wirkt. Meide einzelne Bäume, Masten und offene Flächen. Kauere dich mit geschlossenen Beinen klein zusammen, falls kein Schutz erreichbar ist, und lege dich niemals flach auf den Boden.
Bäume und herabfallende Teile
Die meisten Verletzungen bei Stürmen entstehen durch fliegende oder herabstürzende Gegenstände. Halte Abstand zu großen Bäumen, Baugerüsten und Dächern. Fahre nach Möglichkeit erst wieder los, wenn der Sturm vorbei ist. Umgestürzte Bäume und lose Ziegel machen Straßen zur Gefahr.
Nach dem Sturm
Auch wenn es ruhig wird, bleib vorsichtig. Beschädigte Dächer, abgeknickte Äste und herabhängende Stromleitungen sind noch lange gefährlich. Berühre niemals herabgefallene Leitungen und melde sie dem Netzbetreiber. Betrete beschädigte Gebäude erst, wenn sie als sicher gelten.
Fotografiere Schäden an Haus und Auto für die Versicherung, bevor du aufräumst. Prüfe, ob Nachbarn Hilfe brauchen, besonders wenn Bäume Zufahrten blockieren. Bei umgestürzten Bäumen auf öffentlichen Wegen informierst du am besten die Feuerwehr statt selbst mit der Kettensäge anzurücken.
Besonders auf dem Land aufpassen
Wer auf dem Land oder am Waldrand wohnt, ist stärker gefährdet. Kontrolliere vor der Sturmsaison große Bäume rund ums Haus auf morsche Äste und lass sie bei Bedarf fachgerecht auslichten. Prüfe, ob Dachziegel locker sitzen und die Regenrinnen frei sind, damit Starkregen ablaufen kann. Ein verstopftes Fallrohr sorgt sonst schnell für Wasser im Keller. Solche kleinen Kontrollen im Herbst ersparen dir im Ernstfall viel Ärger und teure Schäden.

Der Plan macht den Unterschied
Sprich mit deiner Familie darüber, was bei Unwetterwarnung zu tun ist. Wer weiß, wo Taschenlampe und Sicherungskasten sind, handelt im Ernstfall ruhig. Ein kleiner Vorrat an Wasser, Essen und Batterien überbrückt auch einen längeren Stromausfall problemlos. Gute Vorbereitung nimmt dem Sturm einen großen Teil seines Schreckens.