Sommer mit Temperaturen über 35 Grad sind längst keine Seltenheit mehr. Solche Hitzewellen sind nicht nur unangenehm, sie werden für den Körper zur echten Belastung. Kreislauf, Herz und Nieren arbeiten auf Hochtouren, und bei Flüssigkeitsmangel kippt das System schnell. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke und ältere Menschen.

Die Wohnung kühl halten
Der größte Fehler ist, tagsüber die Fenster zu öffnen. Damit holst du die heiße Luft herein. Besser ist es, in den kühlen Morgenstunden und nachts zu lüften und tagsüber alles geschlossen zu halten.
- Fenster außen verschatten, etwa mit Rollläden, Markisen oder hellen Tüchern.
- Elektrogeräte ausschalten, weil sie zusätzlich heizen.
- Feuchte Tücher aufhängen, ein Ventilator davor sorgt für spürbare Kühlung.
- Im höchsten Stockwerk nach unten ausweichen, denn Wärme steigt auf.
Richtig trinken und essen
Bei Hitze verliert der Körper über Schweiß enorm viel Flüssigkeit. Trinke daher regelmäßig, auch ohne Durst, am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Zwei bis drei Liter sind an heißen Tagen normal, bei körperlicher Anstrengung mehr. Wer Medikamente nimmt oder herzkrank ist, sollte die Trinkmenge mit dem Arzt abstimmen.
Eiskalte Getränke sind übrigens keine gute Idee, weil der Körper danach zusätzlich heizt, um die Temperatur auszugleichen. Lauwarme Getränke kühlen nachhaltiger. Iss leichte Mahlzeiten mit viel Wasseranteil wie Gurke, Melone oder Tomaten und meide schwere, fettige Kost.
Den Tag anpassen
Verlege anstrengende Tätigkeiten und Sport in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Die Mittagszeit zwischen 11 und 17 Uhr gehört in den Schatten oder in kühle Räume. Trage helle, luftige Kleidung und einen Sonnenhut, wenn du raus musst. Eine kühle Dusche oder ein Fußbad mit lauwarmem Wasser senken die Körpertemperatur spürbar.
Warnzeichen erkennen
Ein Hitzschlag ist ein Notfall. Achte auf Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Verwirrtheit oder heiße, trockene Haut. Bringe die betroffene Person sofort in den Schatten, kühle sie mit feuchten Tüchern und gib Flüssigkeit, wenn sie noch ansprechbar ist. Bei Bewusstseinstrübung oder Krämpfen gilt: sofort den Notruf 112 wählen.
An andere denken
Hitze trifft nicht alle gleich. Ältere Nachbarn, die allein leben, spüren Durst oft nicht mehr richtig und trinken zu wenig. Ein kurzer Anruf oder Besuch kann Leben retten. Lass niemals Kinder oder Tiere im geparkten Auto zurück, dort steigt die Temperatur in Minuten auf tödliche Werte.

Schlafen trotz Hitze
Nachts staut sich die Wärme oft am meisten, und viele finden keinen Schlaf. Lüfte kräftig durch, sobald es draußen abkühlt, und schaffe einen Durchzug zwischen zwei Fenstern. Ein feuchtes Handtuch über der Decke oder ein leichtes Baumwolllaken sorgen für Kühlung. Eine lauwarme Dusche vor dem Zubettgehen senkt die Körpertemperatur, ohne den Kreislauf zu belasten. Wer schlecht schläft, ist tagsüber weniger belastbar, deshalb lohnt sich jeder Trick für eine kühlere Nacht.
Wer eine Hitzewelle mit Struktur angeht, übersteht sie deutlich gelassener. Plane deinen Tag um die Hitze herum, statt gegen sie zu kämpfen. So bleibst du gesund und klar im Kopf, auch wenn das Thermometer wieder Rekorde bricht.