Eine stark blutende Wunde wirkt bedrohlich, doch du kannst mit einfachen Mitteln sehr viel bewirken. Der menschliche Körper hat etwa fünf bis sechs Liter Blut. Ein größerer Verlust wird schnell lebensgefährlich, deshalb ist schnelles Handeln entscheidend. Das Wichtigste ist, die Blutung zu stoppen und gleichzeitig den Notruf 112 zu alarmieren.

Fester, direkter Druck mit einem sauberen
Fester, direkter Druck mit einem sauberen Tuch auf die Wunde ist die wichtigste Maßnahme, um eine starke Blutung zu stoppen.

Die ersten Schritte

Bewahre Ruhe und schütze zuerst dich selbst. Ziehe, wenn vorhanden, Einmalhandschuhe an, um dich vor Infektionen zu schützen. Dann geht es sofort an die Wunde.

  • Direkten Druck auf die Wunde ausüben, am besten mit einem sauberen Tuch oder Verband.
  • Die betroffene Körperstelle hochlagern, falls möglich.
  • Den Verletzten hinlegen, um einen Kreislaufkollaps zu vermeiden.
  • Parallel den Notruf 112 wählen oder wählen lassen.
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Tipp: Presse weiter, auch wenn der Verband durchblutet, und leg einfach frisches Material darüber, statt den durchnässten abzunehmen.

Der direkte Druck ist die wichtigste Maßnahme. Presse fest auf die blutende Stelle und lass nicht locker, auch wenn der Verband durchblutet. Lege dann einfach weiteres Material darüber und drücke weiter.

Den Druckverband anlegen

Wenn du einen Verband hast, mach daraus einen Druckverband. Lege eine Kompresse auf die Wunde, wickle die Binde einmal darum und drücke dann ein festes Gegenstück, etwa eine zweite Verbandrolle, direkt auf die Wunde. Wickle die Binde straff darüber. So bleibt der Druck erhalten, ohne dass du dauerhaft mit der Hand pressen musst.

Wann ein Tourniquet nötig ist

Bei sehr starken, spritzenden Blutungen an Armen oder Beinen, die sich mit Druck nicht stoppen lassen, kann ein Tourniquet Leben retten. Es wird oberhalb der Wunde, näher zum Rumpf, fest angelegt und so stark zugezogen, bis die Blutung stoppt. Notiere die Uhrzeit, damit die Rettungskräfte wissen, wie lange die Abbindung schon sitzt. Ein Tourniquet tut weh, aber es rettet Leben. Löse es niemals selbst wieder, das übernimmt der Rettungsdienst.

Schock erkennen und behandeln

Großer Blutverlust führt oft zum Schock. Anzeichen sind blasse Haut, kalter Schweiß, schneller Puls, Zittern und Unruhe. Lege die Person flach hin und lagere die Beine hoch, außer bei Verletzungen, die das verbieten. Decke sie warm zu und rede beruhigend mit ihr. Kontrolliere Atmung und Bewusstsein, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Ein vollständiges Verbandset in Auto und
Ein vollständiges Verbandset in Auto und Haushalt sorgt dafür, dass du im Ernstfall sofort handeln kannst.

Vorbereitet sein

Ein gutes Verbandset gehört in jedes Auto und jeden Haushalt. Prüfe regelmäßig, ob der Inhalt vollständig und haltbar ist. Wer einmal einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hat, handelt im Notfall deutlich sicherer. Solche Kurse frischt man am besten alle paar Jahre auf, denn im Ernstfall zählt, dass die Handgriffe sitzen.

Du musst kein Profi sein, um zu helfen. Entscheidend ist, dass du überhaupt handelst. Druck, Ruhe und ein schneller Notruf sind die drei Dinge, die im Zweifel den Unterschied machen.