Hochwasser gehört inzwischen auch in Deutschland zu den häufigsten Naturgefahren. Ob Flusshochwasser nach langem Regen oder Sturzflut in kürzester Zeit, entscheidend ist, dass du die Lage früh erkennst und nicht abwartest. Warnungen bekommst du über Apps wie NINA oder das Radio. Nimm sie ernst, auch wenn dein Keller bisher trocken blieb.

Schon flach stehendes Flutwasser auf der
Schon flach stehendes Flutwasser auf der Straße ist stärker, als es aussieht, und wird schnell gefährlich.

Bevor das Wasser steigt

Die beste Vorbereitung passiert, wenn noch alles ruhig ist. Wer erst reagiert, wenn das Wasser im Garten steht, verliert wertvolle Zeit.

  • Lagere Wertsachen, Dokumente und Elektronik in höheren Stockwerken.
  • Halte Sandsäcke oder feste Kunststoffplatten bereit, um Türen und Kellerschächte abzudichten.
  • Schalte im gefährdeten Bereich Strom und Gas ab, bevor Wasser eindringt.
  • Fahre das Auto rechtzeitig auf höher gelegenes Gelände.
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Tipp: Pack Dokumente, Medikamente, Taschenlampe und Powerbank schon vorher in eine griffbereite Tasche im Obergeschoss, dann bist du bei einer Evakuierung sofort startklar.

Ein kleiner Notvorrat mit Wasser, Taschenlampe, Powerbank und wichtigen Medikamenten sollte griffbereit stehen. So bist du auch bei Stromausfall versorgt.

Wenn das Wasser da ist

Betrete niemals überflutete Keller, solange Strom fließen könnte. Schon niedrige Wasserstände leiten Spannung und werden lebensgefährlich. Auch von außen unterschätzen viele die Kraft des Wassers. Bereits 15 Zentimeter fließendes Wasser reißen einen Menschen um, ein halber Meter hebt ein Auto an.

Fahre deshalb niemals in überflutete Unterführungen oder Straßen. Die Tiefe lässt sich von oben kaum einschätzen, und viele tödliche Unfälle passieren genau hier. Gehe lieber einen Umweg, als ein Risiko einzugehen.

In Sicherheit bringen

Wenn Behörden zur Evakuierung auffordern, folge der Anweisung sofort. Nimm deine vorbereitete Tasche mit Dokumenten, Medikamenten und Ladegerät. Informiere Nachbarn, besonders ältere Menschen, die vielleicht Hilfe beim Verlassen des Hauses brauchen.

Bleibst du im oberen Stockwerk eingeschlossen, mache dich bemerkbar. Ein helles Tuch am Fenster, eine Taschenlampe oder laute Signale helfen Rettungskräften, dich zu finden. Steige nicht auf ein geschlossenes Dach ohne Ausstieg, sondern bleibe dort, wo du gesehen wirst und flüchten kannst.

Nach dem Hochwasser

Die Gefahr ist mit dem sinkenden Pegel nicht vorbei. Betrete Gebäude erst, wenn sie als sicher gelten, denn durchweichte Wände und Decken können nachgeben. Fotografiere Schäden für die Versicherung, bevor du aufräumst. Trage bei Reinigungsarbeiten feste Handschuhe und Gummistiefel, weil Flutwasser oft mit Öl, Fäkalien und Chemikalien belastet ist.

Lüfte gründlich und trockne betroffene Räume so schnell wie möglich, damit sich kein Schimmel bildet. Lebensmittel, die mit dem Wasser in Kontakt kamen, gehören in den Müll. Auch Leitungswasser solltest du erst wieder trinken, wenn die Behörden Entwarnung geben.

Mit Sandsäcken vor Türen und Kellerschächten
Mit Sandsäcken vor Türen und Kellerschächten gewinnst du wertvolle Zeit, bevor das Wasser steigt.

Der Kopf entscheidet mit

Panik ist im Ernstfall der schlechteste Begleiter. Wer vorher überlegt hat, was zu tun ist, handelt automatisch ruhiger. Sprich mit deiner Familie über Treffpunkte und einen einfachen Ablaufplan. Kinder sollten wissen, wohin sie gehen und wen sie anrufen, falls ihr euch verliert. Genau diese kleine Vorbereitung macht im Ausnahmezustand den größten Unterschied.